Soulfood | Party like a Rockstar

Freitag, Mai 26, 2017

Danke Vanessa für's Taggen!
Thema Partygeständnisse und was soll ich sagen? Ich bin langweilig!




      
Ich war 16 und meine Klassenkameradin schmiss eine Party in den Sommerferien. Ihr kennt das.
Sturmfrei, Eltern weg, Alk rein und gutaussehende Jungs.
Tatsächlich gab es letzteres nicht für mich aber es lief gute Musik und ich twerkte damals schon so hart, dass meine Hose platzte. Nun ja, wenn man wie ich zur Gattung Fettarsch gehört, kann man sich vorstellen wie das aussah wenn die Naht in der Mitte des Hinterns platzt.
Zum Glück hatte meine Freundin eine Strickjacke dabei, die ich mir um die Hüften band.



                        
Einer der Hauptgründe warum ich so gut wie nie Party mache ist, dass ich mein Bett liebe. Ich zelebriere meinen Schlaf.
Und da die meisten Clubnächte um 01.00 nachts anfangen und ich da schon in meinen wildesten Träumen mit Ed Sheeran, Tyson Beckford und The Rock bin, ist mir das zu spät. Ich schaffe es nicht so lange wach zu bleiben und denk mir: fuck it, ich geh lieber schlafen.


         
                  
Ich vertrage keinen Alkohol. Also ich trinke ich keinen. Wieso? Ich habe so viele Betrunkene nüchtern beobachtet um zu wissen egal wie viel Alk man trinkt, die Nüchternen vergessen nie.
Ich bin gerne in Kontrolle. Am liebsten in control of myself.
Als ich mein Abi bestand musste das zelebriert werden. Mittags, 13 Uhr irgendwo in Hannover, floss bei spießigen Abiturienten Vodka, Sekt, Wein, Alkopops, Tequila und der Magen wurde mit Pizza Margherita gepimpt.
5 Stunden später saß ich betrunken neben meinem damaligen Buddy und hatte Visionen.
Visionen von meinem Leben.
Ich sah mich als Staatsanwältin [ja, ich wollte Jura studieren] abends nach Hause kommen. Keinen Mann, keine Kinder, einsam und allein. Vielleicht hätte ich eine Katze. 
Ihr merkt, Hellsehen kann ich, abgesehen davon, dass ich keine Juristin bin und meine Katze eher Hund ist.
Ich toppte das Ganze noch mit meiner Affinität für erfolgreiche Männer in Weiß. Sprich Ärzte.
Ein weißer Kittel würde besonderen Reiz auf meine Libido auslösen und im Rausch vergaß ich, dass ein angehender Medizinstudent neben mir saß.
Ich muss wohl so viel Monolog betrieben haben, dass er noch nicht einmal Lust hatte, die Gelegenheit meiner Trunkenheit auszunutzen, sondern mich bei meiner Mama ablieferte und die Flucht ergriff.
Am nächsten Tag starb ich und betete den weißen Porzellangott an, den gestrigen Tag ab 13 Uhr verschwinden zu lassen.
Ich schwor mir, nie wieder betrunken zu sein.
Das ist 14 Jahre her.
Mein 1. und letztes Mal.



                                 
Während meiner 20er war ich fokussiert auf meine Karriere.
Das Studentenleben begann und die Parties dort waren mir zu gewöhnlich.
Biertrinkende Halbstarke mit weniger Bizeps als yours truely gekoppelt mit Marilyn Manson Vertretern fand ich nicht besonders einladend.
Ich sah sie schließlich in meinen Vorlesung über Strings und Quantenchromodynamik diskutieren und musste dafür nicht wertvolle Schlafenszeit opfern um dieses bei schlechter Musik weiterzuführen.
Die BWLer waren optisch zwar heiß aber ich gehörte nicht zur Blondie-Ralph Lauren-Perlen-Ohrringe-Fraktion also vermied ich Studentenparties und konzentrierte mich auf Arbeit, Studium und Freunde.
Mitte 20 begann ich eine, um die Hälfte verkürzte, Ausbildung um ein Back-Up zu haben und so blieb kaum Zeit für Party oder Nächte des Vergessens.
Ende 20 entschied ich mich, ein 2. Studium neben meines Hauptjobs zu absolvieren und diskutierte abends von nun an IPOs und Neuromarketing-Strategien. 
Gefangenendilemma bedeutete für mich:
9 Stunden täglich arbeiten um danach abends 3,5 Stunden in einer Vorlesung zu sitzen und beten, dass Urlaubsanträge genehmigt wurden damit man die Klausuren schreiben konnte.
Party? Feiern? Ich war froh wenn ich überhaupt Zeit fand um ein paar Stunden zu schlafen.
Ich hatte zwar meinen Master im Multitasking und war der Houdini der Zeitkomprimierung aber auch ich musste schweren Herzens erkennen, dass die Realität mir Grenzen aufzeigte.


                                       
                                                
   
Ich werde oft gefragt ob ich Dinge bereue.
Ob ich meine 20er mit Feiern hätte verbringen sollen.
Party, Sex, Drugs and Rock'n Roll.
Nein.
Denn das war nie mein Verständnis von Leben und Spaß haben.
Ich bin Mitte 30.
Ich habe meinen eigenen Horizont erweitert; ich weiß wozu ich fähig bin, ich weiß, dass Nächte mit einem dicken Buch auf dem Schoß bedeutender für mich als Person sein können als eine Nacht voller schlechter Musik, stickiger Luft, Alkohol und Menschen, die mir keinen Mehrwert bieten.
Spaß haben heißt für mich, Freunde um mich herum zu scharen und im Pyjama über Gott und die Welt zu reden.
Vor Lachen Bauchschmerzen zu bekommen und Empfindungen zu teilen.
Den eigenen Horizont zu erweitern und zu wissen, dass es hinter ihm sehr viel weiter geht.


In diesem Sinne, sorry, ich bin langweilig und habe leider keine Eskapaden zu bieten.

Aber vielleicht haben meine Mädels spannende Geschichten zu liefern.
Ich tagge->

Alisa
Steffiebarbie
Cristin
Julia
Sara Rose

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7 Kommentare

  1. Mit dem Schlaf hatte ich früher keine Probleme, da konnte ich super lange wach bleiben aber heute nie im Leben xD Da schlafe ich lieber. Bei dem Tag mache ich sehr gerne mit, ich glaube ich habe das ein oder andere zu bieten haha :-D Vielen Dank fürs taggen Süße <33

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    1. Ich habe mitgemacht ;))

      http://lovelypueppi.blogspot.de/2017/05/partygestandnisse.html

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  2. Daaaanke meine Süsse dass du mitgemacht hast und sogar weitere Bloggerinnen getaggt hast. War echt spannend zu lesen, ich liebe deinen Schreibstil. Waaaas? Du bist Mitte 30? Ich hätte dich Ende 20 geschätzt! Hast dich super gehalten. Wahrscheinlich auch wegen dem wenigen Feiern..?

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  3. Hach du schreibst immer soooo cool!
    Ist sehr interessant, was du geschrieben hast.
    Danke fürs taggen. Ich werde mir mal die Zeit nehmen und mir Gedanken zu meinem Partyleben machen ;-)
    Gibt zumindest viele verschiedene Phasen ;-)

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  4. Vielen lieben Dank fürs taggen, ich mache sehr gerne mit. :-* Und richtig toller Post, mal wieder super geschrieben. Finde ich gut, dass du dein Ding so durchziehst und die wichtigen Dinge bei dir an erster Stelle stehen. Bei mir ist das leider nicht so (party hard ^^), aber das schreibe ich dann in meinem Post. :-)

    Liebe Grüße,

    Cristin

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  5. Sehr schöner Beitrag :)
    Ich selber gehe nicht feiern, war ich auch noch nie gewesen und werde ich auch nicht gehen:) Verbringe ich lieber die Zeit im Bett oder auf den Sofa :)

    ShellyAbdallahs.Blogspot

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  6. Interessanter Tag (: auch wenn du keine Eskapaden zu bieten hast, bist du alle andere als langweilig ♥

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